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Elternsprechtag Teil 1

von Mama
am 16.01.2017 10:11

Es ist schon wieder eine Weile her, dass in den Klassen beider Kinder Elternsprechtage stattfanden. Bei Kathi ging es darum, einmal darüber zu sprechen, wie es überhaupt in der Schule so klappt, wie sie zurechtkommt, ob es Probleme gibt und wie und wo wir sie unterstützen können. 

Es ist ja schon immer ein bisschen spannend, wenn man als Eltern zu so einem Elternsprechtag geht. Wir kennen unser eigenes Kind natürlich sehr gut - aber eben nur so, wie sie sich verhält, wenn sie mit uns zusammen ist. In ihrer natürlichen Umgebung sozusagen. ;-) Das kann sich aber deutlich davon unterscheiden, wie sie sich gibt, wenn sie mit anderen Menschen zusammen ist. Was würde also die Klassenlehrerin erzählen?

Um es vorwegzunehmen, mein erster Eindruck der Klassenlehrerin hat sich absolut bestätigt: Ich finde sie einfach klasse.
Obwohl 29 Kinder in der Klasse sind, habe ich das Gefühl, dass sie jedes einzelne im Blick hat. So auch unsere Tochter. Zunächst erzählte sie ein bisschen etwas darüber, was im ersten Schuljahr überhaupt so im Unterricht vorkommt und wie das (häufig noch spielerisch) umgesetzt wird.
Dann erzählte sie über Kathi. Dass sie schnell gemerkt hat, dass sie ihr sicher nichts zweimal erklären muss. Dass Kathi sehr wohl schnell versteht, was sie tun soll - dies aber nur tun möchte, wenn sie auch Lust dazu hat. (Oh ja, das kennen wir.) Dass das anfangs ein bisschen schwierig war, sie aber sehr schnell gelernt haben, sich mit einem bestimmten Blick zu verständigen und Kathi genau weiß, wenn die Lehrerin so guckt, dann sollte ich mal lieber... ;-) Auf strenge, aber liebevolle Art. Dass aufgrund ihres jungen Alters manchmal in anderen Dingen Unterstützung benötigt, als ihre MitschülerInnen. Anfangs war sie man bei einem anderen Mädchen angeeckt, weil sie wohl gekniffen oder gehauen hat (ich hatte diesbezüglich ein Gespräch mit der Klassenlehrerin gehabt, aber das hatte sie längt mitbekommen und mit den beiden Mädchen untereinander super gelöst). Im Rahmen der Klassenregeln hatte jedes Kind formulieren dürfen, in welchem Bereicht es noch ein bisschen dazulernen kann und sich Unterstüzung auch von den anderen Kindern wünscht. Sie Lehrerin berichtete, dass sie selbst ganz begeistert war von ihrer Klasse, es haben nämlich fast alle Kinder sehr gut äußern können (es war keine Pflicht), was bei ihnen selbst der Knackpunkt ist, z.B. nicht reinquatschen, sondern sich melden, nicht den Sitznachbarn stören etc. und bei dieser Gelegenheit hat Kathi wohl auch ganz gut in Worte fassen können, dass sie noch etwas Hilfe braucht, wenn sie Wut, Ärger oder Enttäuschung nicht verbal äußern kann und dann körperlich reagiert. Das wiederum wurde von den Mitschülern sehr gut aufgenommen und ihr auch kein Strick draus gedreht. Wahnsinn, was in einem ersten Schuljahr schon möglich ist! 

Jedenfalls erzählte die Lehrerin weiterhin, dass Kathi keine Außenseiterin sei, dass sie gut mit den anderen Kinder zurechtkäme. Dass sie oft auch sehr hilfsbereit und mitfühlend sei. Und dass sie als Lehrerin ihr eben die Hilfe geben würde, die sie braucht - dass sie z.B. beim Aufschreiben der Hausaufgaben schon mal schnell das richtige Arbeitsheft in ihren Tornister steckt oder umgekehrt, wenn Kathi das Arbeitsmaterial aus ihrem Fach holt, schon mal die Aufgaben ins Heft schreibt. Einfach, damit Kathi nicht das Gefühl bekommt, immer die Letzte zu sein, auch wenn sie für manche Dinge noch etwas länger braucht. Sie hat mein Kind mit ihren Stärken und Bedürfnissen genau erkannt.


Ist das nicht toll, so einen Blick auf ein einzelnes Kind in so einer großen Klasse zu haben? Ich ziehe meinen Hut vor dieser Lehrerin und bin sehr optimistisch, was die kommende Grundschulzeit angeht. Dankeschön! <3