muckich.

"Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" im Februar 2017

von Mama
am 05.02.2017 12:04

Es ist schon wieder der Fünfte - nämlich im Februar 2017. Wahnsinn, das schwuppdiwupp der erste Monat des neuen Jahres schon rum ist! Ich tue mich immernoch schwer damit, 2017 beim Datum zu schreiben. 

Was wir heute so erleben, schreibe ich euch hier auf. Was bei den anderen so passiert, könnt ihr wie immer bei "Gut gebrüllt" nachlesen. 

Unser Tag startete heute (nach einigem Hin -und Herwälzen, weil da so ein paar kleine Füßchen irgendwo quer lagen) schon vor neun Uhr mit einem fröhlichen: "Mamaaaaaa, Papaaaaa ... aufstehen!! Ich habe eine Überraschung für euch!" Gnaaaa ... sonst spielen die Kinder am Wochenende meist erstmal eine Weile miteinander, bevor wir uns aus den Federn quälen müssen. Heute ist aber Alex nicht da, er ist übers Wochenende mit den Erstkommunionkindern weggefahren. Deshalb hat Kathi also voller Motivation und ziemlich gnadenlos darauf bestanden, dass wir nun endlich aufstehen sollen. 

Sie hatte schon ganz allein den Tisch für uns drei gedeckt. Ich bin schon beeindruckt, wie selbständig sie in letzter Zeit geworden ist - und auch erfinderisch, wenn es darum geht, an die Dinge oben im Schrank heranzukommen, die sie eigentlich noch gar nicht erreichen kann. 

Wir haben dann also gemeinsam gefrühstückt und dann beratschlagt, welche Kurse bei der Junioruni in Wuppertal für unsere Kinder in Frage kämen - heute ist nämlich Anmeldetag und sie hatten schon länger danach gefragt, wann sie denn mal wieder einen Kurs besuchen dürfen. Wegen der vielen Fahrerei hatten wir mal eine Weile ausgesetzt, aber die Kurse sind einfach unglaublich toll, so dass es sich dann doch wieder lohnt. Außerdem freuen sie sich natürlich auch immer, wenn wir eine Gelegenheit haben, mit der Schwebebahn zu fahren. ;-)

Mit dem zweiten Kaffee kuscheln wir uns dann mit Kathi aufs Sofa und schauen die Sendung mit der Maus

Die Sonne scheint. Der Papa geht mit Kathi draußen Schuhe mit goldenem Lack ansprühen. Für sein geplantes Karnevalskostüm. Stay tuned! ;-)

Ich muss nun schleunigst unter die Dusche, denn ich habe heute Spätdienst. Diesen Artikel werde ich also erst nach 22 Uhr vervollständigen können. Hoffentlich bin ich dann nicht wieder schon viel zu müde. 

Edit:

Ich war natürlich doch zu müde. Deswegen musste der Blogbeitrag doch  bis zum nächsten Morgen warten. 

Wie ging der Tag weiter? Nach einem schnellen Mittagessen, das der Mann gezaubert hat, haben er und Kathi mich zur Arbeit gefahren. Sie brauchten das Auto, um später Alex am Bus abholen zu können. 

Bei uns beginnt die Arbeit mit der Dienstübergabe. Dann gehe ich gern, wenn es nicht sowieso klingelt oder ich einigen Gästen auf dem Flur begegne, einmal durch die Zimmer, damit ich jeden mal gesehen habe. Hier entstehen auch die ersten Gespräche. Heute kommen um 15 Uhr zwei unserer lieben Ehrenamtlerinnen, um für die Gäste und deren Angehörige Waffeln zu backen. Heute haben sie sogar Milchreis, rote Grütze und Sahne dazu mitgebracht - Bergische Kaffeetafel also!  Auf dem ganzen Flur duftet es nach frisch gebackenen Waffeln und regt auch die Sinne der Patienten an, die leider nichts davon essen können. Sie freuen sich trotzdem darüber. Erinnerungen werden wach. Einige auf dem Flur mit am Tisch, einige bleiben lieber in ihren Zimmern. Jeder, wie er mag. Meine Kollegin und ich können uns eine Weile dazugesellen und kommen mit den Gästen ins Gespräch.

Meine Familie kommt kurz vorbei, damit ich Alex überhaupt heute zu Gesicht bekomme. Wenn ich heute abend vom Spätdienst zurück komme, ist er schon im Bett.
Er hatte Spaß bei seinem ersten Wochenende außer Haus (bis auf Oma und Opa natürlich, da haben die Kinder schon oft geschlafen) und wirkt müde, aber glücklich. Die Kinder stauben noch zwei übrige Waffeln ab und begeben sich dann mit Papa wieder auf den Nachhauseweg. Das Auto lassen sie mir netterweise da. 

Meine Kollegin und ich arbeiten weiter - verteilen Medikamente, kümmern uns um die Pflege, dokumentieren, stellen Anfragen an Ärzte, sprechen mit Angehörigen über ihre Sorgen und Nöte, bereiten das Abendessen vor und bringen es in die Zimmer, ziehen Infusionen auf, begleiten Gäste bei Wegen, die sie nicht alleine bewältigen können. Schauen nach, wenn es klingelt, wer welches Bedürfnis hat und wie wir helfen können. Ein ganz normaler Spätdienst. 

Als ich nach Hause komme, bin ich doch recht erschöpft. Ich setze mich mit dem Mann an den Tisch, wir essen noch etwas zusammen und trinken ein Glas Wein, lassen den Tag ausklingen. Er erzählt mir, wie es mit den Kindern gelaufen ist, wir unterschreiben noch das Zeugnis, das es ja am Freitag gab, packen alles wieder ordnungsgemäß in die Tornister ein, was noch liegen geblieben ist. 
Ich telefoniere noch mit meinem Vater, um einen Termin für diese Woche zu besprechen, an dem er Kathi von der Schule abholen wird. Was wären wir nur ohne die Hilfe von den Großeltern!? 

Wenig später versacke ich auf dem Sofa und gehe ausnahmsweise mal vor zwölf ins Bett. Morgen wird ein langer Tag, da ich natürlich morgens wie immer mit den Kindern aufstehen, abends aber nicht ins Bett, sondern zum Nachtdienst gehen muss. 

So sieht's aus bei uns, wenn ich Wochenenddienst habe. Wie euer Tag gestern so war, lese ich gleich noch ein bisschen nach. Bis zum nächsten #wmdedgt!