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Ein Wochenende in der Waldschule - mit Ausflugstipp für das Bergische Land!

von Mama
am 31.03.2017 15:10

Vergangenes Wochenende haben wir eine wunderschöne Zeit in der Solinger Waldschule verbracht! Eingeladen dazu hatte der Förderverein unseres Pfadfinderstammes - die ganze Familie durfte mit! Ich bin ja Mitglied im Förderverein, seit meine aktive Zeit als Pfadfinderleiterin zuende ist - und sogar Gründungsmitglied des Vereins. Umso mehr freut es mich natürlich, dass unser Sohn inzwischen auch bei den Pfadfindern ist - und zwar mit Begeisterung! <3

Zu diesem Wochenende kamen also viele Mitglieder des Fördervereins mit ihren Familien zusammen. Am Freitagabend ging es um 19 Uhr los mit einem großartigen Abendessen, zu dem jeder etwas beigesteuert hatte - ich habe z.B. einen Kartoffelsalat mitgebracht. (Wie ich gerade selber im Artikel zu dem Rezept entdecke, habe ich ihn auch schon damals für einen Besuch in der Waldschule gemacht - wie passend!) Im Anschluss wurde gequatscht, gespielt und getobt. Kathi hat aber ziemlich schnell gesagt, dass sie müde wäre (sie war die Woche zuvor krank) und ich habe sie als erste ins Bett gebracht. Einige Kinder wünschten sich noch eine Nachtwanderung, aber irgendwie waren alle Eltern zu müde von der Arbeitswoche und wollten sich lieber noch unterhalten, weil viele sich auch etliche Jahre nicht gesehen hatten. Da gibt es viel zu erzählen! So wurde die Nachtwanderung verschoben und irgendwann verzogen sich nach und nach alle Familienmitglieder in Richtung ihres (Etagen-)Bettes. 

Der Bericht über den nächsten Tag eignet sich übrigens wunderbar als Ausflugstipp - man kann, muss aber nicht unbedingt, in der Waldschule starten. Übrigens ist es auch möglich, diese für eine Tagesveranstaltung zu buchen - ein Grillplatz ist auch vorhanden! 

Nach einem üppigen Frühstück packten wir uns Proviant ein und zogen alle gemeinsam los. Es ging zu Fuß durch den Wald, an der Wupper entlang zum Balkhauser Kotten. Dort wurden wir vom einem Vorstandsmitglied des Kuratoriums begrüßt, Herrn Buchta, der sich den Kindern als Oliver vorstellte. Er nahm sich die Zeit, uns ganz viel über den Kotten, die Arbeit und das Leben der Schleifer zu erzählen. Was ist denn eigentlich ein Kotten? Es handelt sich um die Arbeitsstätte der Schleifer, die früher Messer und Scheren geschliffen haben. Nicht umsonst wird unsere schöne Stadt auch als "Klingenstadt Solingen" bezeichnet.
Die Führung startete schon draußen, es war wunderbares Wetter! So konnte man anschaulich erklären, wie das Wasser aus der Wupper abgezweigt wurde, um die Wasserkraft für das große Wasserrad zum Antrieb des Kottens nutzen zu können. Die ganze Führung durch den Kotten war unheimlich interessant und jede Station startete mir einem kleinen Rätsel für die Kinder. Ich möchte hier an dieser Stelle einfach die Bilder für sich sprechen lassen und gar nicht zu viel verraten. Sehr viel lieber möchte ich jedem ans Herz legen, einen Ausflug in unser schönes Bergisches Land zu machen und auf dem Wege selbst einen Blick in den Kotten zu werfen. 

Das große Wasserrad, das den Antrieb für den Schleifstein lieferte
Das große Wasserrad, das den Antrieb für den Schleifstein lieferte
Heute ein hübsches Fachwerkhaus, früher Arbeitsstätte für die Schleifer, sogar auf mehreren Etagen.
Heute ein hübsches Fachwerkhaus, früher Arbeitsstätte für die Schleifer, sogar auf mehreren Etagen.
Alte Schleifsteine zieren die Umgebung.
Alte Schleifsteine zieren die Umgebung.
Hier kommt die Kraft des Wasserrades an und wird über Lederriemen sogar über mehrere Etagen zu den Schleifsteinen verteilt.

Ohne Worte. <3

Ohne Worte. <3

Einer der großen Schleifsteine

Einer der großen Schleifsteine.

In den Räumen wurde Vögel gehalten. Fielen sie tot von der Stange, musste mal wieder gelüftet werden.

Die Arbeiter hielten Vögel. Fiel einer tot von der Stange, musste mal wieder gelüftet werden.

Im Anschluss haben wir draußen gepicknickt, die Kinder tobten mit den Hunden der Bewohner auf der Wiese und am Wasser herum (gottlob ist niemand hineingefallen) und wir wurden mit Kaffee und herrlichen Waffeln versorgt. An dieser Stelle ein ganz heißer Tipp: Am 2. April - also schon übermorgen - findet am Balkhauser Kotten der Balkhauser Waffeltag statt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Frisch gestärkt ging es weiter. Zunächst durften wir überflüssigen Ballast im begleitenden VW-Bus abladen. Es war nämlich schon jetzt so schön warm, dass gar nicht alle Jacken gebraucht wurden. Dann ging es zu Fuß weiter, der Wupper entlang, bergauf und bergab durch den Wald, bis wir schließlich mehr oder weniger sauber und trocken in Unterburg ankamen und am Wendeplatz wieder von dem orangenen Bus empfangen wurden. Hier gab es nun Kuchen, frisch aufgebrühten Kaffee und Getränke für die Kinder. Hier haben wir auch noch "lebendiges Memory" gespielt und hatten sehr viel Spaß an den Tiergeräuschen, die wir dabei fabrizieren mussten. 

Frischen Kaffee gibt es auch.

Nach einer ausgiebigen Pause wanderten wir weiter bis zum unteren Ende der Seilbahnstation, um dann alle nacheinander (einige mit mulmigem Gefühl) mit der Seilbahn nach oben zu fahren und dann von Schloss Burg aus über das Tal den weiten Ausblick zu genießen. 

Mit der Seilbahn den Berg hinauf.Hier wurden wir von einem weiteren Begleitfahrzeug in Empfang genommen, das die zwei müdesten Kinder und mich schon mal wieder mit zurück zur Waldschule nahm, während die restliche Gruppe noch an der Sengbachtalsperre vorbei den Weg zu Fuß zurückgelaufen ist. 

Nun hatten wirklich alle Hunger und alle packten mit an, um das Abendessen vorzubereiten. Es gab noch viele leckere Reste vom Vortag, dazu Fleischkäse, Bratkartoffeln und Kartoffelngratin - passend zum Bergischen Land eine zünftige Mahlzeit! Längst war es dunkel geworden und heute durfte natürlich die Nachtwanderung nicht wieder ausfallen! So zogen ein paar Eltern mit vielen Kindern noch los, mit Taschenlampen die Umgebung zu erkunden. Ich selbst war nicht dabei, habe aber hinterher lauter strahlende Gesichter gesehen. Nach diesem Tag haben wirklich alle tief und fest geschlafen! 

Am nächsten Morgen gab es wieder ein wunderbares gemeinsames Frühstück und danach wurde aufgeräumt, gefegt und alles zusammengepackt. Draußen gab es noch einen gemeinsamen Impuls - dazu sollte sich jeder ein Teil aus der Umgebung suchen. Hier kamen Trinkflaschen, Steine, Kastanien,  Zweige, Süßigkeiten, Kissen, Kerzen und ähnliches zusammen. Damit wurde nun eine gemeinsame Geschichte erzählt - jeder erzählte die Geschichte ein Stück weiter und dabei musste das Teil, das er gefunden hatte, darin vorkommen. Gar nicht so einfach, aber eine schöne Idee! 

Vielen Dank, lieber Vorstand des Fördervereins, für das Organisieren dieses schönen Erlebnisses! Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!