muckich.

"Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" im April 2017

von Mama
am 05.04.2017 23:59

Um 6.35 Uhr klingelt der Wecker. Uuuuuhhhh.... ist das früh. Wir sind wirklich urlaubsreif und freuen uns schon auf die Ferien, die nächste Woche beginnen. Nichtsdestotrotz quäle ich mich aus dem Bett und wecke die Kinder, die genauso wenig Lust haben, aufzustehen. Irgendwie schaffen wir es, 
um 7.10 Uhr am Frühstückstisch zu sitzen. Schulbrote schmieren, an das Kakaogeld denken, letzte Absprachen treffen, Kinder zum Zähneputzen schicken... was halt alles so dazugehört. Der Große geht um 7.45 Uhr aus dem Haus. Das ist schon ziemlich knapp und er freut sich, dass er wieder den Roller nehmen darf (das hatten wir wegen der Rutschgefahr über den Winter pausiert).

Um 7.50 Uhr düse ich mit der Kleinen los Richtung Schule und wir schaffen es gerade noch, pünktlich zum ersten Klingeln zu erscheinen. Sie läuft schnell mit den Mitschülern durch die Tür, ich quatsche noch kurz mit einer Mutter und dann fahre ich erstmal wieder nach Hause.
Hier setze ich mich hin und suche Kuchenrezepte raus. Ich habe meiner Freundin versprochen, für sie zu backen, da sie einen morgen Gesprächsnachmittag für Großeltern anbietet. Dann schreibe ich den Einkaufszettel, packe ein paar Taschen ein, bringe noch schnell den Müll raus und fahre los. 

Zuerst geht es in die Stadt, weil ich beim Arzt noch ein Rezept abholen muss. Dann in den nächsten Stadtteil, das Rezept einreichen (meine Freundin hatte mir das Medikament netterweise schon aus der Apotheke mitgebracht). Jetzt einkaufen, nach Hause fahren, alles wieder auspacken und feststellen, es ist 11 Uhr, nur noch eine halbe Stunde Zeit, bis Kathi wieder abgeholt werden muss. 

Ich überlege, ob ich schnell noch einen Kuchenteig anrühre, die Spülmaschine ausräume oder mir sonst eine Aufgabe einfällt - und entscheide mich dann, mal einen Gang zurückzuschalten und mich mit einem Kaffee und meiner Twitter-Timeline aufs Sofa zu setzen. Durchatmen. Kommt viel zu kurz in letzter Zeit. Dabei twittere ich: "Jedem Arbeitnehmer steht eine Mittagspause zu. Ich als Mutter vergesse das viel zu oft." Maria antwortet: "Ständige Abrufbarkeit ist laut DGB, glaub ich, auch nicht zulässig." Tja. Jetzt muss das nur noch einer meinen Kindern erklären!

Um halb 12 hole ich also die Kleine aus der Schule ab. Es folgt noch ein Gespräch mit der Lehrerin. Irgendetwas scheint meine Tochter in letzter Zeit sehr zu belasten. Etwas, was immer wieder auch zu Wutausbrüchen führt, bei denen man aber sieht, wie es in ihr brodelt und arbeitet und sie eigentlich eine furchtbare innere Not hat. Ich komme nur leider nicht dahinter, was die Ursache ist. Jedenfalls haben wir in der Lehrerin tolle Unterstützung und uns auch schon anderweitig Hilfe gesucht. Seufz. 
Wir fahren nach Hause und reden noch eine Weile ganz in Ruhe miteinander, bis um kurz nach halb eins auch schon der Große angedüst kommt. Zum Glück musste ich heute nicht kochen, weil noch etwas von gestern übrig war. 

Die Kinder haben heute hausaufgabenfrei (yeah!) und spielen ziemlich lange ziemlich schön miteinander, so dass ich schon anfangen kann, Kuchen zu backen. Zuerst übersetze ich ein Rezept aus dem Amerikanischen (die Anleitung ist nicht das Problem, sondern die ungewohnten Mengenangaben). Dann rühre und backe ich. 
Später wollen die Kinder Wii spielen. Kommt mir ganz gelegen, dann kann ich mit dem Kuchen noch weitermachen - die Regel ist jedoch, vorher etwas zu lesen. Das machen sie sogar zusammen - der Große liest vor und die Kleine liest im Wechsel immer eine Zeile zwischendurch. <3 Sie zocken aber nur etwa 20 Minuten, dann schwingen sie sich nach meinem Hinweis auf das schöne Wetter in ihre Klamotten und spielen eine ganze Weile draußen, so dass ich sogar nochmal eine kurze Pause machen kann. 

Gegen 16 Uhr gibt's Teilchen, die ich heute morgen von der Bäckerei mitgebracht habe, und einen Smoothie. Dann fülle ich schnell noch einen Anmeldezettel für eine Pfadfinderaktion aus und dann bringen wir Alex zu seiner Pfadfinderstunde. Während er dort ist, gehe ich mit Kathi eine Runde PokemonGo spielen und anschließend holen wir ihn wieder ab. 

Um 19.15 Uhr sind wir wieder zu Hause und decken den Tisch für das Abendessen. Der Papa ist heute leider nicht dabei, weil er nach der Arbeit noch seinen Kölsch-Kurs besucht. Anschließend machen sich die Kinder ganz fix bettfertig, weil ich ihnen versprochen habe, dass sie ganz ausnahmsweise statt einer Gutenachtgeschichte (wir lesen sonst abends immer vor) eine Folge einer Serie gucken dürfen. 
Um 20.15 Uhr bringe ich die beiden ins Bett. Kuscheln, singen, nochmal reden, Gutenachtkuss. 
Nun stelle ich mich wieder in die Küche. Der Schokoladenkuchen und der Boden für den Obstkuchen mit Mascarponecreme sind inzwischen längst abgekühlt. Der Schokokuchen bekommt noch ein Frosting aus Schokolade und saurer Sahne und wird mit Himbeeren bestückt. Die Mascarponecreme rühre ich nur an, möchte sie aber morgen erst auf dem Boden verteilen, weil ich befürchte, dass er sonst durchweicht. Ich kann euch also leider kein tolles Food-Foto von einem angeschnittenen Kuchen liefern - aber so sieht es auch schon mal ganz gut aus, oder? ;-) Wenn die Kuchen gut ankommen, werdet ihr die Rezepte demnächst auch in meinem Foodblog finden.

Ich räume zum zweiten Mal heute die Spülmaschine aus (einen Dank an die Erfinderin!) und wieder ein, decke den Frühstückstisch für morgen und sinke um 21.50 Uhr aufs Sofa. Da zunächst Internet und Telefon ausgefallen sind, rufe ich über das Handy noch die Schwiegereltern an, um letzte Terminabsprachen für morgen zu besprechen und dann esse ich erstmal ein Stückchen Kuchen - nämlich die übrige abgeschnittene Kuppe von dem Schokoladenkuchen. Hmmmmm....!


Da sich zumindest das Internet wieder bequemt zu funktionieren, kann ich diesen Blogbeitrag doch noch fertigstellen. Die anderenBeiträge zu #wmdedgt findet ihr übrigens wie immer bei Familie Brüllen

Viel mehr passiert heute auch nicht mehr. Der Fernseher läuft mit einer erschreckenden Reportage über Menschen, die von Rassisten bedroht werden, weil sie z.B. für die Flüchtlingshilfe arbeiten. Der Mann kam gerade um 22.55 Uhr Hause. Ich muss noch zwei E-Mails beantworten und dann klappe ich den Laptop zu. Gute Nacht ihr Lieben!