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"Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" und "Wochenende in Bildern" in einem Blogbeitrag

von Mama
am 08.07.2019 11:58

Für mich fing das Wochenende schon am Freitag an - es war mein Dienstwochenende und begann schon am Freitag mit Spätdienst. 

Nachdem ich morgens um 6.15 Uhr aufgestanden bin, hatten wir natürlich erstmal den üblichen Morgenwahnsinn zu bewältigen. Der Mann musste heute außer der Reihe zur Arbeit (sonst macht er freitags Homeoffice) und war schon weg, ich war also wie auch sonst in der Woche morgens allein mit den Kindern.
Irgendwann hatten wir aber gefrühstückt, Zähne geputzt und die Kinder waren auf dem Weg zur Schule. Das ist für mich oft schon mal der erste Moment im Tag, in dem ich einmal tief durchatmen muss. ;-)

Weil ich wusste, dass noch ein turbulentes Wochenende auf mich zukommt, habe ich den Vormittag etwas ruhiger angehen lassen und erstmal den Garten bewässert, während ich noch einen Kaffee getrunken habe. 

Dann habe ich noch einen Kuchen gebacken für das Hospiz-Sommerferst am Samstag und mein Mittagessen vorbereitet. Ich hatte auch noch die Gelegenheit, es draußen im Garten zu genießen, bevor die Kinder wieder eintrudelten. Es gab Matjes auf Chicoree und Radicchio mit Apfel. Low-Carb und sehr lecker!
Ein bisschen saß ich auf glühenden Kohlen, denn ich musste los zum Spätdienst und der Mann war noch nicht von der Arbeit zurück. Die Tochter konnte ich aber noch in Empfang nehmen und glücklicherweise klappt es inzwischen ganz gut, dass sie auch mal eine halbe Stunde allein bleiben kann bzw. der große Bruder kam dann auch wenig später, so dass sie zusammen auf den Papa warten konnten, während ich schon mal zur Arbeit gedüst bin. 

Direkt zu Beginn des Dienstes passierte mir dieses Ungeschick - ein Riss in der Dienstwäsche. Das muss ich demnächst dann mal flicken. 
Der Dienst selbst war ok - es war ein bisschen unruhig, weil schon Vorbereitungen für das morgige Sommerfest liefen und wir auch so ganz gut zu tun hatten. Aber mit netten Kolleginnen läuft's immer trotzdem irgendwie gut. 

Um 22 Uhr war Feierabend. Zum Glück wohne ich ja nicht weit vom Arbeitsort enfernt, so dass ich dann auch flott zu Hause bin. Nachdem ich auf dem Sofa versunken bin, habe ich mit dem Mann noch ein paar organisatorische Dinge für den nächsten Tag ausgetauscht und dann sind wir auch schon bald ins Bett gegangen, nicht ohne nochmal nach den Kindern zu schauen - das mache ich wirklich IMMER. Sie sehen so friedlich aus, wenn sie schlafen und wenn dann beim hingehauchten Gutenachtkuss noch einer wohlig im Schlaf seufzt - hach.<3

Am Samstag musste dann leider trotz Wochenende der Wecker klingeln. Nach einem kurzen Frühstück habe ich meinen Kuchen noch mit Zuckerguss und Streuseln versehen, die Zutatenliste ausgedruckt, ein paar Informationen für den Musiktisch ausgedruckt und laminiert, meine Instrumente eingepackt und bin zum Hospiz gefahren. Dort durfte ich einen Tisch aufbauen, um für die musikalische Begleitung zu werben und um Spenden zu bitten, damit ich demnächst damit starten kann. Ich mache gerade eine Weiterbildung zur Musikgeragogin und freue mich schon sehr auf mein erstes Projekt! Wenn jemand von euch noch Klanginstrumente o.ä. im Keller schlummern hat, meldet euch gerne bei mir! :-) 

Als ich meinen Tisch aufgebaut und meine Kuchenspende abgegeben hatte, bin ich zur Musikschule gebraust, dort hatte der Sohn nämlich heute Klaviervorspiel und war mit Papa und Schwester schon da. Das ist immer ein schöner Abschluss des Musikschuljahres. Dieses Mal hat er "Für Elise" gespielt. Das habe ich als Kind auch damals auf dem Klavier gespielt und mich deshalb besonders gefreut. 

Im Anschluss sind wir alle zusammen nach Hause gefahren, haben uns zum Teil nochmal umgezogen (der Sohn tauschte sein weißes Hemd gegen ein Punk-T-Shirt *g*) und sind dann gemeinsam zum Hospiz gefahren, etwa eine Stunde vor meinem Dienstbeginn. So konnte ich noch ein bisschen "in zivil" am Sommerfest teilnehmen und all die Leckereien genießen, die es dort gab - Pulled-Lachs-Burger von Fisch Schälte, Grillwurst, Salate und die verschiedensten Kuchen (ich hab mich durchgefuttert, aber alle 19 Kuchen habe ich dann doch nicht geschaft :-D). Für die Kinder gab es Kinderschminken und sie sind später noch in den botanischen Garten gegangen zum Spielen und Roller fahren. 

Ich habe dann meinen Dienst angetreten, der mal so ganz anders als sonst war. Turbulent, aber trotzdem schön. Einige Gäste konnten mit Freude am Sommerfest teilnehmen, einige mussten natürlich auch in ihren Zimmern betreut werden. Dass ich aber mal durch eine Menschenmenge draußen an Biertischen vorbei meine Medikamente verteilen gehe, kommt sonst nicht so oft vor. ;-) Wir hatten zwischendurch auch Zeit, mit unseren Gästen, aber auch mit Gästen des Festes, vor allem auch ehemaligen Angehörigen zu plaudern, die gekommen waren. Zwischendurch gab es Führungen durch das Hospiz, wobei die Gänge mit den Patientenzimmern abgesperrt waren, damit da niemand durchläuft. 

Abends spielte eine Band - auch ein ungewohnter Anblick direkt vor der Haustür. ;-)

Einigen Gästen wurde es am Abend aber doch zu laut, zu anstrengend, zu lang - sie zogen sich auf ihr Zimmer zurück und wir waren bemüht, die geballte Lautstärke der Band ein bisschen außen vor zu lassen, wenn auch die Musik mir gut gefiel - alte Klassiker u.a. von Simon & Garfunkel verleiteten zum Mitsingen. 

Viele helfende Hände von Haupt- und Ehrenamtlichen machten nach dem Fest sehr schnell wieder reinen Tisch und versetzten die Räume in ihren ursprünglichen Zustand. Immer wieder schön zu sehen, was mit vereinten Kräften möglich ist! 

An diesem Abend bin ich allerdings deutlich erschöpfter gewesen als nach sonstigen Spätdiensten. Platt aufs Sofa geplumpst und von dem besten Mann noch einen Gin Tonic serviert bekommen und uns was vom Tag erzählt. 

Den Sonntag ließen wir dann noch ruhiger angehen. Die Kinder standen viel zu früh auf (wieso machen sie das nie, wenn sie Schule haben?!) und ich habe sie nochmal ins Bett geschickt. Lange hielten sie es da aber nicht aus, haben dann aber miteinander gespielt. Der Mann holte Brötchen und ich durfte bis fast halb elf im Bett bleiben! Nach dem späten Frühstück habe ich noch etwas gelesen und mich dann auch schon fertig gemacht, um wieder zur Abeit zu fahren. Der letzte meiner drei Spätdienste verlief wieder ruhiger. Der Rest der Familie hat noch Hausaufgaben erledigt und war auf einem Spielplatz mit Halfpipe, in der Roller-Kunststücke geübt wurden, dieses Mal zum Glück ohne Verletzungen. 

Jetzt ist Montag und nach so einem Arbeitswochenende fühle ich mich dann oft so, als bräuchte ich jetzt auch mal Wochenende... leider kann ich mich nicht wirklich ausruhen, weil es noch so viel zu tun gibt... aber vielleicht alles ein bisschen langsamer angehen und ein paar Aufgaben auf die nächsten Tage verschieben. Mit diesem Blogbeitrag habe ich schon mal mindestens zwei davon prokrastiniert. ;-)

Einen guten Start in die Woche wünsche ich euch! 

Viele andere schöne Beiträge vom WIB (Wochenende in Bildern) findet ihr wie immer bei grossekoepfe.de und Beiträge zum Thema "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" bei Gut Gebrüllt.